Der Bekleidungs- und Textilsektor ist durch fragmentierte Lieferketten und diffuse Verantwortlichkeiten gekennzeichnet. Human rights (and environmental) due diligence (HRDD) ist ein wichtiges Instrument, um dies zu erreichen und sicherzustellen, dass Verantwortung an den entsprechend richtigen Stellen übernommen wird. Ein wichtiger Schritt in dem HRDD-Zyklus ist Abhilfe, eine gemeinsame Beseitigung von Missständen, die in der Lieferkette festgestellt wurden. Eine Möglichkeit, Missstände zu identifizieren, sind gerichtliche und außergerichtliche Beschwerdemechanismen, über die Arbeitnehmer*innen und ihre Vertreter*innen Probleme ansprechen können, wenn ihre Rechte verletzt wurden.
Die Session wird sich eingehender mit dem 6. Schritt der Abhilfe befassen. Zu den wichtigsten Fragen gehören: Welche Formen kann die Abhilfe annehmen? Was sind die Stärken und Schwächen der verschiedenen Möglichkeiten? Mit welchen Herausforderungen und Hindernissen sind Arbeitnehmer*innen und ihre Vertreter*innen bei der Suche nach Abhilfe konfrontiert? Wie weit reicht die Verantwortung eines Unternehmens zur Abhilfe? Wer muss einbezogen werden, um eine sinnvolle Abhilfe zu gewährleisten? Und vor allem: Wie sieht ein arbeitnehmer*innen-zentrierter Ansatz aus?
Wir werden reale Fallbeispiele aus verschiedenen Perspektiven betrachten – aus Sicht von Modemarken, Gewerkschaften, Anwälten, Betreiber*innen von Beschwerdemechanismen, sowie Wissenschaftler*innen. Anschließend werden sie analysiert, um zu beurteilen, was funktioniert hat, wo Herausforderungen auftraten und wie Abhilfemaßnahmen verbessert werden könnten.